Samstag, 7. November 2009

Studenten sind faul und haben immer Geld!

Es ist mal wieder lange her, aber diesmal hab ich mir was anderes überlegt. Der kleine Sauerländer hat beschlossen, das er nun zwar mehr, aber dafür kürzere Posts verfasst. Ihr könnt also dann demnächst wirklich hoffentlich regelmäßig hier über das Studentenleben in und um Wilhelmshaven informieren.

Und nun zum Thema:
Ich möchte mal mit einem Vorurteil aufräumen und gleichzeitig ein anderen beweisen. Schließlich bin ich ja ein ehrlicher Student.
Nummer eins. Studenten sind faul. So ein Schmarrn! Gut, manche schon, das will ich ja gar nicht abstreiten. Ich kenne mittlerweile nun ja auch einiger dieser Korifeen. Aber. Die meisten Studenten sind alles andere als faul. Ich möchte ein kleines Beispiel aus meinem eigenen Studium bringen. Dieses Semester ist bei uns absolut und vollkommen vollgepackt. Nummer eins: Elektrische Energietechnik. Da haben wir dieses Semester drei recht aufwändige Versuche. Da wollen die Versuchsanweisungen verstanden und verarbeitet werden, Excel-Tabellen für die Veruchsdurchführung vorbereitet werden, denn der moderne Student hat schließlich immer und überall seinen Laptop - ich meine natürlich sein MacBook - mit dabei. Anschließend will dann natürlich auch noch ein Bericht angefertigt werden, mit Tabellen, jede Menge an Formeln und natürlich auch viel Text, Bilder und Diagramme. Das ist gar nicht so einfach... Oder wer von euch kann mir mal kurz ne Excel-Tabelle mit ein paar Zeigerdiagrammen schicken?
Weiter geht es mit Thermodynamik. Da gibt es nämlich auch wieder drei Laborversuche in diesem Semester. Das läuft genauso ab wie in Elektrische Energietechnik, allerdings mit mehr Formeln in den Berichten, da die nämlich alle einmal beispielhaft durchgerechnet sein wollen. Schonmal eine drei Seiten lange Berechnung mit dem Formel-Editor in Word geschrieben? Das ist gar nicht so einfach.
Dann gibt es natürlich noch Projektmanagement. Da gibt es keine Klausur, sondern eine Studienarbeit. Eine schriftliche Ausarbeitung zum Thema "Alternative Energiequellen zu fossilen Brennstoffen". Meine Projektgruppe hat die Gezeitenkraftwerke erwischt und ich darf die Kostenbetrachtung schreiben. Hat da zufällig jemand ein paar Infos zu?
Ich bin noch nicht am Ende mit meiner Litanei. Zum Schluss kommt nämlich noch der EA (Experimentelle Arbeit) Teil in Produktion. Da müssen wir in diesem Semester nämlich noch ein NC-Programm schreiben und einen fiktiven Auftrag mit einem PPS-System (ProuktionsPlanung und Steuerung) bearbeiten.
Zu guter letzt wollen dann auch am Ende des Semesters noch fünf Klausuren geschrieben werden. In meinem Falle sogar sechs, weil ich ein Fach aus dem letzten Semester noch nachholen muss. Leider bin ich nämlich in Marketing durchgefallen. Da bleibt also auch nicht viel Zeit zum Faulenzen.

Zum Schluss wollte ich ja noch ein Vorurteil bestätigen. Und zwar, dass Studenten immer Geld haben. Und das nicht gerade wenig. Alles fing an, als ich mir im ersten Semester ein MacBook gekauft habe. Für das Studium. Zum Arbeiten. Es hat gar nicht lange gedauert, ich glaube 2 Wochen, da hatte der erste meiner Kommilitonen auch ein MacBook. Und zwar das teure schwarze. Scheinbar hatte er jede Menge Geld übrig. Die Wochen kamen und gingen, das Jahr ging zu ende. Vor drei Wochen fragte mich ein anderer Kommilitone, was er für einen Laptop für das Studium kaufen solle. Ich sagte ihm, DELL, Sony und Lenovo wären sehr gut. Und aus Spaß hab ich dran gehängt, dass Apple natürlich auch sehr gute Laptops baut. Gesagt, getan. Zwei Wochen später stand sein neues MacBook Pro 13" vor der Tür. Mal eben so. Kaum hatte er sein neues MacBook, hat sich auch schon der nächste ein MacBook gekauft. Nämlich als gerade die weißen Unibody-MacBooks erschienen sind. Ich muss ja zugeben, so eins reizt mich auch. Zumal es für einen sehr fairen Preis zu haben ist. Und ihr werdet es nicht glauben, in meinem ersten und zweiten Semester waren wir insgesamt vielleicht 15 MacBook-user in der FH. Mittlerweile sieht man, egal wo man hinsieht, an jedem Tisch, an dem Laptops stehen, auch immer mindestens ein MacBook. Die Anfangszeit war noch sehr schön. Man war der einzige weit und breit mit so einem Gerät in der FH und konnte sich bewundern lassen. Mittlerweile ist es so, dass wir sogar heute - an einem Samstag - an einem Tisch in der FH saßen, an dem alle drei, die an dem Tisch saßen, MacBook Besitzer waren. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Studenten müssen wohl doch noch Geld haben. Irgendwas scheine ich falsch zu machen.

Also, was lernen wir daraus? Studenten sind zwar nicht faul, aber dafür haben sie ne Menge Geld. Brauchen sie schließlich auch, um die horrenden Studiengebühren und die teuren MacBooks zu bezahlen.

Dienstag, 25. August 2009

Jugendsprache?

Es gibt wohl mittlerweile niemanden mehr im Land, der noch nicht von den unsagbar schlechten Ergebnissen der PISA-Studie gehört hat, die wir Deutschen erzielt haben. Wenn man sich mal ein bisschen im Internet umschaut, dann wird einem auch klar, dass es um die Bildung der deutschen Jugend tatsächlich nicht all zu gut bestellt ist. Da sind die einen davon überzeugt, dass Kühe lila sind, Schweine drei Nasenlöcher haben und manche wissen nicht, welchem Beruf der amerikanische Präsident nachgeht. Wie kommt so etwas zu Stande? Ich weiß es nicht, aber die Symptome sind überall zu sehen. Es muss etwas passieren, soviel ist sicher. Sonst war es das bald mit dem Exportweltmeister, denn wie sollen deutsche Bürostuhlakrobaten ihre Erzeugnisse ins Ausland verkaufen, wenn sich nichtmal ihrer eigenen Muttersprache in Wort und Schrift mächtig sind?

Jugendsprache ist ja bekannt als ein schon immer existierendes Phänomen. Und sobald dann mal wieder ein Generationenwechsel ansteht, dann wird die Jugendsprache zur Standardsprache. Was ja im Normalfall auch durchaus wünschenswert ist. Sprache lebt von Veränderung. Wenn man sich allerdings wahlweise anschaut oder anhört, wie die Jugend von heute schreibt und spricht, dann wird einem ganz anders. Kleines Beispiel gefällig? Gefunden auf einer "Fotolog-Seite": "
Heute macht { Golla } für dich flog ich sag nur
poppeln iiiiiih und ich sag nur ihm wiederreden geben :D
voll lustig voll in der nase am boren war der omg bestimmt hat er das gegessen ild beste :**"
Mir, als jemandem, der auf seine Bildung versucht etwas acht zu geben, fallen da gleich mehrere absolut grauenvolle Dinge auf.
Erstens: Es gibt eine Erfindung, die sich Satzzeichen nennt. Auch der hartgesottenste Jugendsprachler dürfte sie für eine klasse Erfindung halten, da sie die Lesbarkeit eines Textes, in welcher Sprache er auch immer verfasst sein mag, in sehr hohem Maße erhöht.
Das zweite, dass mir spontan auffällt, es heißt nicht "poppeln", sonder popeln. poppeln klingt irgendwie für mich mehr nach Geschlechtsverkehr denn nach einer Tätigkeit, die mit der Hygiene der Nase zu tun hat.
Drittens, wiederreden habe ich noch nie gehört. Mag sein, dass es das Wort gibt, ich würde sagen, es bedeutet dann, etwas wieder zu geben, was jemand schonmal gesagt hat. Hier ist allerdings wahrscheinlich eher von der Widerrede, also dem Widerreden, die Rede.
Als nächstes stelle ich fest, dass ich das Wort boren auch nicht kenne. Heißt es nicht eigentlich bohren? Oder, in diesem Zusammenhang, am Bohren? Das ergäbe jedenfalls Sinn und kommt einem bekannt vor.

Ein Kracher ist auch der mittlerweile bekannte Ausdruck: "danke du bist bombe". Auch hier gilt, Satzzeichen nicht vergessen. Man muss nun wissen, dass dieser Ausdruck an dieser Stelle als Kompliment gedacht war. Da stellt sich mir ernsthaft die Frage, was an dem Ausdruck "Bombe", der übrigens groß geschrieben wird, so schön ist, dass man ihn als Kompliment benutzen kann, und dann auch noch ungeschoren davon kommt? Schließlich richtet eine Bombe Zerstörung, Leid und Tod an, und das nicht gerade in einem "erträglichen" Maße. Was soll das für ein Kompliment sein, dass jemanden mit einer Waffe vergleicht?

Zu einem anderen Bild steht auf erwähnter Internet-Seite, "Heute ich ma schnell hochgeladen:)". Soll das bedeuten, dass das Mädchen, dass dies zu dem Bild geschrieben hat, sich selbst hochgeladen hat? Da stellen sich mir gleich wieder zweierlei Fragen:
Zum einen: Wie kann man sich digitalisieren? Ich wollte schon immer mal in einem Computer rumlaufen.
Zweitens: Wenn sie sich schon nicht selbst hochgeladen hat, dann doch wahrscheinlich ein Foto von sich? Nein, Fehlanzeige. Das Bild, dass sie "ma schnell hochgeladen" hat, zweigt ein paar Herzchen. Ich habe noch keinen Menschen gesehen, der aussieht wie in paar Herzchen.

Fazit: Jugendsprache ist nicht immer toll. Man sollte in der Schule weniger auf so genannte "Soft-Skills" wert legen, wonach heute immer geschrien wird, sondern eher auf eine wenigstens halbwegs gewählte Ausdrucksweise. Mir als sauerländischer Student im hohen Norden, der nun von den Eigenheiten des sauerländer Dialektes sich an die eigenartige Sprachweise der Norddeutschen gewöhnen musste und eine Schwester in München hat, die von ihrem Studium in Sachsen immer noch nicht ganz erholt ist, und deswegen gelegentlich mal bayrisch mit sächsisch und dem Sauerländischen vermischt, sträuben sich da alle Nackenhaare. Wir müssen etwas tun für die Ausdrucksweise unserer Jugend!

Freitag, 21. August 2009

Fachliteratur, oh Fachliteratur

Damit ist es ja immer so eine Sache, mit der Fachliteratur. Ich als Student muss es ja wissen, schließlich hab ich quasi täglich damit zu tun. Also hier mal ein Appell an alle Professoren, Doktoren, Dipl. - irgendwas und demnächst dann auch noch der ein oder andere Bachelor of Dieses und Master of Jenes. Mit der Fachliteratur ist es gar nicht so einfach.

Man bekommt ja als Student an jedem Semesteranfang eine riesen Anzahl an Büchern genannt, die absolut perfekt für das jeweilige Fach geeignet sind, gelegentlich vor allem deshalb, weil die Vorlesung genau diesem Buch folgt. Selbst in der Reihenfolge, sei sie auch noch so - ich nenne es mal vorsichtig - experimentell. Außer natürlich, der jeweilige Professor hat selbst mal ein Buch geschrieben. Dann muss es unbedingt dieses eine Buch sein. Alle anderen Bücher, sollten sie denn den Vorlesungsstoff abdecken, was sowieso schon höchst unwahrscheinlich ist, sind natürlich vom fachlichen her absolut ungeeignet für genau diese Vorlesung. Aber von irgendwas muss ja auch der Professor leben. Der Staat bezahl schließlich nicht all zu gut.

Bei Fachliteratur gibt es riesen Unterschiede von Buch zu Buch, zu mindest nennen die jeweiligen Autoren es so. Sie werben mit unglaublich leichter Verständlichkeit und der Darlegung neuester Erkenntnisse aus diesem Gebiet, und das dann auch noch so, dass es absolut jeder Leihe verstehen soll. Tja, damit ist es aber meist nicht so weit her. Ein Beispiel gefällig? Man nehme den Böge, die Bibel der technischen Mechanik, wie uns gesagt wurde. Ein Buch, für das man, um es auch nur in Ansätzen zu verstehen, mal mindestens ein technisches Fachabitur, aber am besten ein abgeschlossenes Ingenieurstudium vorweisen muss. Es ist eine Katastrophe, was die Verständlichkeit angeht. Fachlich ist es dagegen Top. Nachdem ich Statik ja schon im Erstversuch bestanden habe, wie auch immer ich das Geschafft habe, verstehe ich es auch. Das könnte allerdings daran liegen, dass ich das, was in diesem erklärt wird, mittlerweile auch ohne dieses Buch kann. Aber es ist natürlich auch nicht einfach zu verstehen, dieses hochkomplexe Fach. Ganz anders dagegen ist das Buch "Keine Panik vor Mechanik". Hier werden zwar nur die Grundlagen behandelt, diese aber so humorvoll und einfach, dass es einem anschließend auch nicht mehr besonders schwer fällt, ein Buch wie den Böge zu lesen und zu verstehen.

Ein weiteres Beispiel für ein grauenvoll unverständlich geschriebenes Buch sind sämtliche Statistikbücher, die in Deutschland erschienen sind. Sollte jemand ein gutes Buch zu diesem Thema kennen, für das man nicht schonmal Mathematik studiert haben muss, um es zu verstehen, ich bin für Vorschläge wirklich sehr dankbar. Mittlerweile hab ich zwar auch Statistik bestanden, aber ein Buch hat mir dabei nicht geholfen. Und das, obwohl es jede Menge Statistikbücher in unserer FH-Bibliothek gibt.

Da ja aller guten Dinge drei sind, möchte ich noch auf das Buch "Grundlagen des Marketingmanagements" von den Herren Homburg und Krohmer hinweisen. Sie nennen am Anfang des Buches ein paar Tipps, wie man Botschaften verpacken sollte, damit man auch komplexe technische Zusammenhänge beispielsweise in der Werbung verständlich rüber bringen kann. Allerdings ignorieren diese Herren ihre Ratschläge gekonnt von Anfang an und bauschen ihr Buch mit Füllwörtern und Satzbaukomplexitäten auf, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe. So kann man natürlich dafür sorgen, dass ein eigentlich doch relativ einfaches Thema wie Marketing, für das man eigentlich keine besondere intellektuelle Begabung braucht, so unglaublich kompliziert wird, dass man schon ein Germanistikstudium braucht, um allein dem Satzbau folgen zu können. So kann man doch keine Fachliteratur schreiben. Kein Wunder, dass deutsche Fachbücher im Ausland nicht besonders beliebt sind.

Das krasse Gegenteil durfte ich erleben, als ich in den letzten Tagen das Buch "Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit" von Stephen W. Hawking gelesen habe. Dieser Mensch, einer der bedeutendsten Wissenschafter und größten Denker unserer Zeit, schafft es, mit Wortwitz und Freude an seinem Fach, unglaublich komplizierte und abstrakte Themen wie schwarze Löcher, Wurmlöcher, Raumzeitsingularitäten und String-Theorie so zu erklären, dass selbst der unbedarfteste Leser keine Probleme hat, das Thema zu mindest in Ansätzen zu verstehen.
Es gibt natürlich einige deutsche Autoren, die es doch noch ab und zu schaffen, Fachliteratur ansprechend und mit Humor leicht verständlich zu erklären. Hier sei noch mal auf das Buch "Keine Panik vor Mechanik" verwiesen.

Also, liebe deutsche Autoren, den Studenten und allen anderen Lesern zuliebe, schreibt eure Bücher doch bitte nicht mehr in einer Art und Weise, das sie niemand versteht, sondern so, dass man bei der Lektüre eurer Bücher nicht nur etwas lernt, sonder auch noch etwas Freude beim Lesen und Lernen hat. Das würde unser aller Leben erleichtern.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Musik, Musik, Musik

Und zwar geht es um gute Musik. Aber gut, darum geht es ja oft im Leben... Aber was ist überhaupt gute Musik? Wer entscheidet darüber, ob Musik gut oder schlecht ist? Die Plattenfirmen? Wenn ja, welche? Die Majorlabel, die kleinen unabhängigen? Die Musikzeitschriften? Wenn ja, welche? Das Rolling Stone Magazin? Die Rock Hard? Die Bravo? Der Markt? Kann man die Qualität von Musik an der Zahl der Plattenverkäufe messen? Die Antwort ist natürlich, und zwar zu allen Möglichkeiten, nein. Warum? Musik ist Kunst. Und Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Oder, um es in unserem Fall etwas genauer zu nennen, im Ohr des Hörers. 
Dennoch gibt es ein paar Merkmale, an denen man merken kann, ob ein Stück Musik "gut" oder "schlecht" ist. Und zwar ganz objektiv. Niemand wird zum Beispiel bestreiten, das Angus Young ein herausragender Gitarrist ist, oder das Eminem wirklich guter Rapper ist. Man kann hören, ob eine Band Freude an der Musik hat, die sie spielt, und das ist das absolut ausschlaggebende Argument, wenn es im die Qualität von Musik geht. Völlig unabhängig davon muss es aber noch längst nicht jedem gefallen. Heute möchte ich euch eins von zwei Alben vorstellen, die sich seit Freitag in meinem Besitz befinden. Zum einen wäre das "Motörizer" von Motörhead, zum anderen hätten wir da "Doom of Destiny" von Axxis. Beide Alben sind bereits vom letzten Jahr, aber irgendwie sind sie komplett an mir vorbeigegangen. Was wirklich sehr schade ist, da sie beide wirklich sehr gut sind. Nicht nur subjektiv, sondern objektiv gesehen. Heute geht es hier um "Doom of Destiny". 
Zuerst mal ein paar Worte zur Band. Axxis sind fünf Männer aus dem Ruhrpott, die Band besteht seit 1988. Ihr Debütalbum "Kingdom of the Night" schlug ein wie eine Bombe und wurde quasi über Nacht mit über 100.000 verkaufen Exemplaren zum erfolgreichsten Debüt einer deutschen Rockband. Entdeckt hab ich persönlich Axxis, als es in Plettenberg, meiner Heimatstadt, ein Event namens "Rocknacht" gab. Als Schüler hat man natürlich alle Konzerte in Plettenberg mitgenommen, so auch das. Es traten einige Bands auf und Headliner waren Axxis. Die Schützenhalle war natürlich nicht besonders voll. Es waren ungefähr 200 Besucher da, und außerdem dachte man ja nicht, das eine erfolgreiche Band in Plettenberg auftreten würde. Tja, Pustekuchen, wie sich etwas später nach ein bisschen Recherche herausstellte, sind Axxis sogar erfolgreich und es eher gewohnt, auf Festivals à la Rock am Ring oder Wacken zu spielen. Und diese Band hat die Schützenhalle gerockt, als gäbe es kein Morgen mehr. Spielen tun sie Hard'n Heavy, wobei sie mit fortschreitenden Alben immer härter werden. Hört sie euch mal an, ihr werdet es sicher nicht bereuen. 
Nun als zum Album. Track 1 ist ein Axxis-typisch Intro, dass ein bisschen apokalyptische Stimmung verbreitet. 
Track 2, "Doom of Destiny", geht dann direkt so ab, dass es einem bei ausreichender Lautstärke wahrscheinlich das Hirn aus dem Schädel prügeln würde. Eine extrem schnelle harte Nummer, die durch die wunderschne Stimme von Sängerin Lakonia, bereits auf dem dritten Album vertreten, unterstützt. Insgesamt eine super Nummer. Ungedingt anspielen. 
"Better Fate", Track 3, geht etwas langsamer los, als der Vorgänger. Etwas härtere Gitarren, weniger Keyboard. Ein sehr schönes Duett von Sänger Bernhard Weiss und Lakonia. Die beiden haben das einfach drauf. 
Kommen wir zu "Blood Angel", Nummer 4, eines der besten Lieder des Albums. Hard Rock vom feinsten und schnelle Drums. Das gekonnte Solo in der Mitte des Songs wird gekonnt von Metal-artigen Drums und Bässen begleitet, bis kurz der Bernhard ein kleines Gesangssolo zum besten gibt und anschließend das Gitarrensolo zu bekannten Geschwindigkeiten und Melodien anwächst. 
Song Nummer 5, "I hear you cry", ist eine sehr schöne Melodic-Ballade, in die wieder man alle Axxis-typischen Elemente, ganz voran die imposanten Chöre, einfließen. Schöne Ballade, aber ohne besondere musikalischen Leistungen, wenn man mal von dem Gitarrensolo absieht, dass allerdings für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz ist. 
Nummer 6, "The Fire still burns", ist eine etwas zu kitschig geratene, die man leider getrost überhören kann. Schade eigentlich, wäre sie nicht so überladen, hätte sie durchaus ein klasse Stück Musik abgegeben. 
"Father Father", Nummer 7, geht sehr schleppend los, dann kommt ein kurzes sehr gutes Stück ohne Gesang, dann geht der Gesang wieder los, und wirkt auch sehr überladen. Man bekommt etwas den Eindruck, dass Bernhard und Lakonia sich darüber streiten, wer von beiden die höhere Stimme hat, wobei Bernhard ganz klar verliert. An gewissen Oktaven sollte sich einfach kein Mann versuchen, von Meat Loaf einmal abgesehen, der da eine gewissen Sonderstellung einnimmt. 
Track Nummer 8, "Revolutions", steht wieder ganz im Zeichen von Axxis. Gute-Laune verströmend geht der Song los und bleibt auch die ganze Zeit auf diesem Level. Einer der drei aboluten Höhepunkte des Albums. Sehr eingängige Riffs zusammen mit alt-bekannten Songstrukturen. Ein absoluter Kracher. Sehr empfehlenswert ist das Solo in der Mitte des Songs. Hört es euch an, dafür fehlen einfach die Worte. 
Mit der guten Laune geht es in Song 9, "She got nine lifes", gleich weiter, wenn auch der Refrain arg kitschig klingt. Aber das sind wir ja auch in gewissen Maß von Axxis gewohnt. Alles in allem ein gelungener Song, wenn auch nicht herausragend. 
Track nummer 10, "Develisch Belle", ist ein Kracher schlechthin. Harte Gitarren, treibende Drums, und Bernhard versprüht gute Laune, wie man das von ihm kennt. Und wieder stellt man fest, das die stärken von Axxis eigentlich nicht im melodischen Metal liegen, auch wenn sie das natürlich absolut drauf haben, aber die wirklich herausragenden Stücke auf jedem Album doch eher in die Sparte Hardrock passen, auf diesem Album "Develish Belle". Es klingt sehr vertraut nach dem grandiosen "Gimme your blood" vom "Time Machine" Album. 
Kommen wir zum Finale des Albums mit dem Track "Astoria". Hier legen Axxis nochmal einen ordentlichen Zahn zu und zeigen uns mal wieder, dass sie wirklich gute Musiker sind. Auch "Astoria" ist übrigens eher ein Hardrock-Song als ein Melodic-Metal-Stück. Aber, wie das nunmal so ist, hauptsache es macht Spaß, und das macht "Astoria". 

Fazit, "Doom of Destiny" ist ein wirklich starkes Album mit zwei tiefpunkten, einem epischen Intro 8 starken Songs, derer vier herausragend gut und vier immerhin klar in der oberen Hälfte anzusiedeln sind. Hört mal rein, es lohnt sich wirklich.

Samstag, 22. November 2008

AC/DC sind zurück!

Hier kommt jetzt auch die angedrohte Rezension des AC/DC Albums.

Der Name dürfte ja jetzt nichts unbekanntes mehr sein, es heißt ‚Black Ice’, und der AC/DC Sound dürfte auch mittlerweile eigentlich jedem Bekannt. Zumal ja selbst meine Schwester eine Vorstellung davon hat. Auch wenn ich nicht unbedingt ihrer Meinung bin, dass die Band sich anhört, als ‚träte man Emma auf den Schwanz.’ Wer nicht weiß, wer Emma ist, Emma ist ihre Katze...

Genug der langen Worte. Fangen wir an. Viele Leute sagen immer wieder, AC/DC brächte nichts neues mehr zustande. Alles höre sich bei ihnen gleich an. Aber mal ehrlich, was erwartet man denn von einer Band wie AC/DC? Von Australiens Exportschlager Nummer 1 zu erwarten, sie würden musikalische Experimente wagen, ist in etwa mit der Erwartung zu vergleichen, Beethoven würde sich gut anhören, wenn Groove Coverage seine Stücke covern würde. Hat sich mal jemand vorgestellt, wie sich Beethoven mit einer 4/4-Base über die Tonspur gelegt anhören würde? Wohl nicht oder? Warum erwatet man dann von einer Band wie AC/DC, sie soll neues wagen? Also nochmal meine Frage, was erwartet man von einer Band wie AC/DC? Rock ’n Roll, laut, hart, unverfälscht, sonst nichts. Und genau das haben die Jungs immer abgeliefert und genau das ist es auch, was die Welt von AC/DC hören will, keine neuen musikalischen Experimente, sondern ehrlichen, dreckigen Rock ’n Roll.

Den Opener kennen die meisten sicherlich schon. Die Rede ist vom großartigen Kick-Ass-Rock-N-Roll-Song „Rock ‘n Roll Train“. Mit diesem Song haben die fünf Heroen aus Down Under einen Track aus der Feder geschüttelt, der es mit Songs wie „Thunderstruck“ oder „For those about to Rock“ locker aufnehmen kann. Schreiende Gitarren, treibende Bässe und schnelle Trommeln. Dazu ein Shouter, der so gut ist, wie er lange nicht mehr war. Man merkt, dass die Jungs die Liebe zur Musik wiederentdeckt haben.
Der zweite Song „Skies on Fire“ lässt es etwas ruhiger und bluesiger angehen. Bassist Cliff Williams zeigt Spielwitz wie nie zuvor. Schon fast ein bisschen funky. Ein super Song, bei dem AC/DC ihr können unter Beweis stellen.
Der ditte im Bunde, „Big Jack“, ist ein echter Rock ‘n Roll Song mit wunderschönen Melodien, wie man sie noch nie von den Jungs gehört hat. Der Song ist schon so Mainstream, dass man ihn sich durchaus als Singleauskopplung vorstellen könnte.
Kommen wir zu Track Nummer 4, „Anything Goes“. Ein hymnischer Gute Laune Song, den man von AC/DC so noch nie gehört hat. So treibend, melodiös und rhytmisch, dass kein Fuß still stehen bleiben kann. Tanzbar wie ein Disco-Song, dazu Brians schroffe Stimme, die in Topqulität daher kommt und der Song dabei alles andere als langweilig und normal wird.
Song Nummer 5, „War Machine“, werden die meisten wohl auch schon von den vielen AC/DC Seiten im Internet kennen. Für die, die ihn nicht kennen, der Song ist so düster, dass man ihn schon Heavy Metal nennen kann. Vergleichbar mit „Ballbreaker“ oder „Cover you in oil“, allerdings noch einen Tacken düsterer und treibender.
„Smash ‘n Grab“ ist der Sechste. Typisch AC/DC, bluesig und treibend. Angus zaubert ein kurzes unglaublich melodiöses Solo aus dem Handgelenk und an der einen oder anderen Stelle kann man sogar eine verzerrte SG hören.
„Spoilin’ for a fight“ ist allerdings wieder typisch AC/DC à la „Stiff upper lip“. Bluesiger Sound, harte Gitarren, Brians rotzige Stimme und ein grundsolider Rythmusbass.
Nummer 7, „Wheels“, ist eine gekonnte uptempo Rock ‘n Roll Nummer ganz im Stil von T.N.T., kann allerdings nicht ganz an einen Song wie „Highway to Hell“ rankommen, lässt „Heatseeker“ allerdings an der Ampel stehen.
„Decibel“ macht dem grandios bluesigen „Satellite Blues“ starke Konkurrenz. Und über allem schwebt Brians Stimme, und das so gut wie seit „Back in Black“ nicht mehr. Wer hätte das gedacht?
Weiter geht’s mit „Stormy May Day“. Ein bisschen apokalyptisch geht’s hier schon zu. Herr Williams spielt einen nicht aus Ruhe zu bringenden straighten Rock, Malcolm schreddert genauso straight seinen Rhythmus und Angus kreischt und soliert einwandfrei. Mehr davon!
Track 11 lässt es mir kalt den Rücken runter laufen. „She likes Rock ‘n Roll“ ist ein echter Kick-Ass Kracher, der sich gewaschen hat. Und Herr Williams kann sogar Melodien spielen. Wer hätte das je für möglich gehalten? Dieser Song braucht sich vor nichts und niemandem zu verstecken.
Nummer 12 geht wieder sehr bluesig vom Stapel. „Money Made“ ist ein Song, der so unglaublich smooth groovt, dass er auch von ZZ Top hätte sein können. Schön zu hören, wie flexibel die Jungs sind und alles spielen können, ohne sich dabei untreu zu werden.
Mit Track 13, „Rock ‘n Roll Dream“, geben die Erfinder des Blues-Rock sogar sowas wie eine Ballade zum Besten, die recht plötzlich zwischen sehr langsamen und relativ schnellen Phasen wechselt. Das ist was wirklich neues.
Mit „Rockin’ all the way“ geht’s mit klassischen AC/DC Figuren weiter. Rock ‘n Roll in Reinkultur. Und wieder Brians Stimme, die durch Qualität beeindruckt, wie es sie lange nicht mehr gab.
Kommen wir zum letzten Song des Albums, dem Namensgeber „Black Ice“. Hier geben die Jungs mal wieder zum Besten, was sie wirklich können. Rock ‘n Roll, der sich gewaschen hat und einem mit aller Gewalt ins Gesicht schlägt.

Die fünf Jungs aus Down Under zeigen uns mit Black Ice, dass sie noch lange nicht tot sind und immer noch ganz oben am Rock ‘n Roll Himmel stehen. Hoffen wir mal, dass bis zum nächsten Album nicht wieder acht Jahre vergehen und sie uns nicht voerloren gehen. Black Ice beweist, was das für ein Verlust wäre.